Handwerker oder Heimwerker?

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Etwas selber mit den Händen zu schaffen, kann sehr erfüllend für einen Menschen sein. Denn die harte Arbeit wird direkt durch ein greifbares und sichtbares Ergebnis belohnt. In vielen Haushalten hat es sich eingebürgert, immer mehr Dinge alleine zu bewerkstelligen, komplett ohne die Hilfe eines Handwerkers. In vielen Fällen ist dies auch sinnvoll, aber es gibt auch Beispiele, wo ein Handwerker auf alle Fälle konsultiert werden sollte.

Heimwerker

Ein Zimmer streichen, den Fußboden selber verlegen oder einen Schrank aufbauen, das sind alles Dinge, die jeder Bundesbürger sich selber oder von anderen beibringen lassen kann. Dies sind jedoch auch Tätigkeiten die keine allzu hohen Fähigkeiten erfordern, sofern die Umgebungsbedingungen nicht von den einfachen Formen einer üblichen Behausung abweichen. Viele Frauen und Männer gehen jedoch einen Schritt weiter und probieren sich auch an sehr komplexen Dingen, die ein gewisses Talent und eine hohe Sorgfalt benötigen.

Der Bau eines eigenen Bettgestells ist für viele leidenschaftliche Heimwerker eine Herausforderung. Dennoch ist es mit dem passenden Holz und Werkzeug möglich, sich ein Bett nach eigenen Maßstäben zu konstruieren. Die Verletzungsgefahr im späteren Gebrauch kann als geringfügig eingestuft werden, da die Matratze jeden Zusammenbruch auffangen sollte. Komplizierter ist der Bau einer eigenen Treppe, insbesondere wenn es eine Wendeltreppe sein soll. Es ist durch enorme Präzision zu bewerkstelligen, aber auch nur kleinste Abweichungen zwischen den Stufen kann das Risiko von Stürzen dramatisch erhöhen. Nur äußerst fortgeschrittene Heimwerker sollten sich daher an das Projekt „Treppe“ heranwagen.

Es gibt jedoch auch Dinge, die niemals von einen Heimwerker berührt werden sollten. Darunter zählen sämtliche Steckdosen im Gebäude. Sofern der Heimwerker nicht auch selber Handwerker mit dem Schwerpunkt Elektrik ist, kann er im Schadensfall seinen Versicherungsschutz einbüßen, da ein Laie seine Finger nicht in komplizierte und empfindliche Technik stecken sollte. Der Spaß ist schnell vorbei, wenn eine Steckdose fehlerhaft eingebaut wurde und es dadurch sogar zu Brandschäden kommen kann. Arbeiten auf den Dach sind mitunter sehr gefährlich, aber auch eher etwas für einen ausgebildeten Handwerker.

Es geht hierbei nicht um die Einschränkung der Leidenschaft, dass Handwerk auch daheim und ohne Ausbildung auszuüben, sondern viel mehr um die Erhaltung der Gesundheit und der Sicherheit. Nicht alle Handgriffe benötigen einen Handwerker, wodurch sich im besten Fall viel Geld sparen lässt. Aber wenn es um die Elektronik, die Rohrleitungen oder um den Einbau eines Fensters geht, sollte fachmännische Unterstützung gerufen werden. Denn wenn dann ein Schaden trotz aller Sorgfalt auftritt, springt die Versicherung ein. Wer jedoch beschließt auf eigenes Risiko alles selbständig zu verändern, verwirkt dadurch in vielen Fällen seinen Schutz.

20. September 2015 |

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